Aus der Krise lernen: Für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem

Aus der Krise lernen: Für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem

Wir haben Stimmen und Analysen entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette gesammelt, um unterschiedliche Meinungen zu Produktion, Verarbeitung & Logistik, Handel & Konsum in Zusammenhang mit der Pandemie abzubilden. In den nächsten Wochen besprechen wir die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Ökologie, Wirtschaft, Gesundheit und Ernährung und möchten mögliche Lösungsansätze für ein krisensicheres Ernährungssystem mit euch diskutieren.

“Für mehr Fairness im Lebensmittelhandel” – Bündnis fordert Verbot von Dumpingpreisen

“Für mehr Fairness im Lebensmittelhandel” – Bündnis fordert Verbot von Dumpingpreisen

Der Ernährungsrat Wien ist Teil des Bündnisses, welches sich mit einem neuen Positionspapier für mehr Fairness im Lebensmittelhandel ausspricht. Auch wenn dieses sich auf Deutschland fokussiert, sind seine Inhalte gleichermaßen für Österreich relevant: „Durchschnittlich erhalten die Landwirt*innen in Österreich nur 20% von dem Preis, den wir im Supermarkt für unsere Lebensmittel zahlen. Außerdem sind viele Jobs bei Herstellern und im Lebensmittelhandel schlecht bezahlt. Das ist in vielen Fällen zu wenig, um davon selbstbestimmt leben zu können. Wir müssen Systeme schaffen, in denen Landwirt*innen, Lebensmittelhersteller*innen und Verkäufer*innen fair und gerecht bezahlt werden.“, erklärt Martin Gerstl, Sprecher des Ernährungsrat Wien, den Zusammenhang.

Regional ist nicht genug: Ökologische, gesunde und sozial gerechte Versorgung mit Lebensmitteln braucht System

Regional ist nicht genug: Ökologische, gesunde und sozial gerechte Versorgung mit Lebensmitteln braucht System

Am 12. Mai 2020 fand im Bundeskanzleramt ein Regionalitätsgipfel statt, zu dem Bundeskanzler Sebastian Kurz und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger eingeladen hatten. Zahlreiche Stakeholder aus Politik, Landwirtschaft und Wirtschaft sowie VertreterInnen des Lebensmittelhandels waren zugegen. Die Forderung der Bundesregierung nach mehr regionalen Lebensmitteln ist durchaus positiv zu sehen. Allerdings erfasst sie das österreichische Ernährungssystem dabei nicht in seiner Ganzheit. Das lässt aus Sicht des Ernährungsrat Wien viele Potenziale ungenutzt.

Tag der Lebensmittelverschwendung

Tag der Lebensmittelverschwendung

Am 2. Mai war Tag der Lebensmittelverschwendung – das heißt: rechnerisch landen in Österreich alle Lebensmittel, die von Jahresbeginn bis zu diesem Tag produziert werden, im Müll.

Jährlich werden hierzulande bis zu 521.000 Tonnen an genießbaren Lebensmitteln und bis zu 800 Euro pro Haushalt im Abfall entsorgt – und davon etwa die Hälfte der vermeidbaren Lebensmittelabfälle direkt zu Hause. Das hat nicht nur enorme Auswirkungen auf die einzelnen Haushalte und die Gesellschaft, sondern auch auf das Klima: Lebensmittelverschwendung verursacht rund 16% der Treibhausgas-Emissionen, die mit unserer Ernährung zusammenhängen. Darum gilt es hier dringend etwas zu ändern – auf allen Ebenen, auf denen wir Lebensmittelabfall verursachen.

1. Round Table Urbane Landwirtschaft und nachhaltige Stadtentwicklung

1. Round Table Urbane Landwirtschaft und nachhaltige Stadtentwicklung

Anfang März haben sich auf Einladung des Arbeitskreises Stadt-Landwirtschaft & Raumplanung ca. 20 Personen aus verschiedenen urbanen Landwirtschafts- und Gartenprojekten im Flexraum des Wohnprojekts Wien zusammengefunden. Wir haben uns über das zahlreiche Interesse und die wertvollen Beiträge zum ersten Round Table des Arbeitskreises Stadt-Landwirtschaft & Raumplanung gefreut und sind sehr froh, dass dieser direkte Austausch noch stattfinden konnte, bevor wir uns in einer anderen Realität wiedergefunden haben. Gerade die derzeitigen Umstände zeigen, wie wichtig die Auseinandersetzung mit urbaner Landwirtschaft und alternativen Wegen der Lebensmittelversorgung ist.

Die Ernährungswende gemeinsam gestalten – Positionen des Ernährungsrat Wien Zusammenhang zwischen Querschnittsthemen und Positionspapieren

Die Ernährungswende gemeinsam gestalten – Positionen des Ernährungsrat Wien

Warum es eine Ernährungswende braucht – auch in Wien:
Unser globalisiertes Ernährungssystem trägt mit ca. einem Drittel der globalen Treibhausgas-Emissionen maßgeblich zum Klimawandel bei. Es muss tiefgreifend verändert werden, um auch in Zukunft Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung bereitzustellen. Das gilt auch für das Ernährungssystem der Stadt Wien, das unmittelbar in dieses globale System eingebettet und davon abhängig ist.

Presseinformation: Ernährungsräte fordern Aufbau eines krisensicheren Ernährungssystems Logos der Unterstützenden Ernährungsräte

Presseinformation: Ernährungsräte fordern Aufbau eines krisensicheren Ernährungssystems

Gemeinsam mit vielen anderen Ernährungsräten und Ernährungsrat-Initiativen haben wir eine Presseerklärung unterzeichnet, mit der wir die durch die Krise deutlich gewordenen Anfälligkeiten und Herausforderungen aber auch Handlungsoptionen für ein resilientes Ernährungssystem aufzeigen wollen!

Reaktion und Stellungnahme – zur Ankündigung des Wiener Lebensmittelaktionsplans

Reaktion und Stellungnahme – zur Ankündigung des Wiener Lebensmittelaktionsplans

Wir, das Team des Ernährungsrat Wien, freuen uns über das Bekenntnis der Stadt Wien zu einem gesunden, nachhaltigen und fairen Lebensmittelangebot. Der dazu angekündigte Lebensmittelaktionsplan umfasst mit seinem Titel „Wien isst G.U.T.“ die Bereiche Gesund/Genussvoll, Umwelt-/Klima- und Tierfair. Wir unterstützen es, bereits bestehende erfolgreiche Programme wie Ökokauf zu erweitern und noch wirksamer zu gestalten, wie es mit dem Plan beabsichtigt ist. Uns ist es aber auch ein besonderes Anliegen, dass das städtische Ernährungssystem gesamtheitlich betrachtet wird. Insel- oder Teillösungen haben wenige Chancen auf nachhaltigen Erfolg und Wirksamkeit und es wird nicht genügen, ausschließlich auf die Fortsetzung existierender Programme zu vertrauen. Die Stadt Wien hat mit dem Lebensmittelaktionsplan die Gelegenheit, auch im Bereich Ernährung Maßstäbe zu setzen und neue, innovative Lösungswege zu beschreiten.

Vernetzen, verstehen, verändern – Erstes Plenum des Ernährungsrates Wien

Vernetzen, verstehen, verändern – Erstes Plenum des Ernährungsrates Wien

Am 21. November 2019, gut ein Jahr nach der Gründung, war es soweit – der Ernährungsrat veranstaltete sein erstes Plenum. Rund 50 interessierte und engagierte Personen sind der Einladung gefolgt und haben sich über die Tätigkeiten des Ernährungsrates informiert und die SprecherInnen gewählt, die den Ernährungsrat für die nächsten zwei Jahre repräsentieren werden.

Ernährungssysteme

Ernährungssysteme

Mit diesem zweiteiligen Beitrag möchten wir einerseits eine Betrachtungsweise vorstellen, die uns als Ernährungsrat hilfreich erscheint, Ernährungssysteme ganzheitlich zu begreifen und deren Komplexität und Vielfalt besser zu verstehen. Andererseits wollen wir der Frage nachgehen, wie Akteure auf allen Ebenen und aus verschiedenen Bereichen dazu beitragen können, das städtische Ernährungssystem fairer, nachhaltiger und gesünder zu gestalten.

Nach oben