Die ersten Arbeitskreise des Ernährungsrates bilden sich!

Wien, 18.03.2019

Wir freuen uns über das Interesse, gemeinsam im Ernährungsrat Herausforderungen des Wiener Ernährungssystems anzugehen. Die TeilnehmerInnen der Folgeveranstaltung am 12.3.19 formten dazu erste Arbeitskreise.

Bei unserer Veranstaltung „Vom Reden ins Tun“ (den Rückblick findest du hier) am 22.1. wurden auf Basis zentraler Faktoren des Wiener Ernährungssystems (z.B. Bedeutung der Gemeinschaftsverpflegung, Abwanderung der landwirtschaftlichen Produktion ins Umland), wichtige Themen identifiziert und erste mögliche Projekte entwickelt, die wir zusammen im Ernährungsrat angehen und umsetzen möchten. Daraufhin haben wir die diskutierten Inhalte aufbereitet und folgende Themen- und Aufgabenbereiche für den Ernährungsrat Wien identifiziert:

  1. Anlaufstelle Ernährungsrat Wien
  2. Flächennutzung/Raumplanung/Förderung der städtischen Landwirtschaft
  3. (Bewusstseins-) Bildung zu ernährungsrelevanten Themen
  4. BürgerInnenbeteiligung am Ernährungssystem Wien
  5. Upscaling und Koordination von Alternativen Lebensmittel-Netzwerken
  6. Großküchen und Gemeinschaftsverpflegung
  7. Regionale Wertschöpfung und Kreislaufwirtschaft in Wien
  8. Transparenz im Ernährungssystem

Diese Zusammenstellung ist als erste Findung von Fokus-Bereichen des Ernährungsrates Wien zu verstehen, welche sich im Laufe unserer Arbeit weiterentwickeln werden und ergänzt und verändert werden können. Ziel des Treffens am 12.3. war es, diese vorgebrachten Ideen weiter zu konkretisieren und erste Arbeitskreise und Projekte/Maßnahmen auszuarbeiten, mit denen wir im Ernährungsrat gemeinsam unsere Arbeit aufnehmen können.

Wir freuen uns, dass an drei ausgewählten Themen gearbeitet und folgende, erste Arbeitskreise gebildet wurden:

 

Arbeitskreis Stadt-Landwirtschaft und Raumplanung

Beschreibung des Arbeitskreises

  • Darstellung des Ist- Zustandes: Welche Flächen werden von der Stadt Wien bewirtschaftet (bio und konv.) und wohin geht der Ertrag?
  • Erfassung des Potenzials für gemeinschaftlich bewirtschaftete Flächen
  • Potentiale und Herausforderungen der modernen urbanen Landwirtschaft (z.B. vertical farming)
  • Welche raumplanerischen Möglichkeiten / politischen Instrumente gibt es um bei landwirtschaftlich genutzten Flächen der Umwidmung zu Bauland entgegen zu wirken und wo ist dies sinnvoll?
  • Aufzeigen und Diskussion zum Spannungsfeld Ernährungssouveränität und Bevölkerungswachstum

Die nächsten drei Schritte

  1. Darstellung des Ist-Zustandes: Welche (Bio-)Flächen werden landwirtschaftlich und im Speziellen von der Stadt Wien bewirtschaftet? Welche Strategie liegt hinter der Nutzung dieser Flächen?
  2. Potenziale für Stadt-Landwirtschaft definieren, sichtbar machen und konkrete Projekte und Ziele für Wien ableiten
  3. Relevanten AkteurInnen in die Diskussion inkludieren, z.B. RaumplanerInnen, MA 21, MA 22, …

 

Arbeitskreis Gemeinschaftsverpflegung

Ziel des Arbeitskreises

Lokales und regionales, sozial gerecht und ökologisch produziertes Essen in die Wiener Großküchen bringen!

Beschreibung des Arbeitskreises

Beziehungen zwischen der Gemeinschaftsverpflegung der Stadt Wien und privaten Großküchen auf der einen und ProduzentInnen aus Wien und dem Umland auf der anderen Seite, sollen unter anderem unter folgenden Gesichtspunkten beleuchtet werden:

  • Probleme bei der Umsetzung einer stärker regionalen Versorgung mit frischen und gesunden Lebensmitteln (v.a. auf Seiten der Großküchen, z.B. Speiseplan-Anpassung, Nutzung saisonal verfügbarer Lebensmittel, …)
  • Zeitdauer der (Abnahme-)Verträge
  • Ausschreibungen von Großküchen und ihre Kriterien

Die nächsten drei Schritte

  1. Erhebung der Einkaufsstruktur der Stadt Wien (im Detail: Wie und nach welchen Kriterien funktioniert der städtische Lebensmittel-Einkauf?) und privat betriebener Großküchen in Wien und Vergleich mit Pionierprojekten (z.B. Kopenhagen house of food).
  2. Alternative, nachhaltige Einkaufsmöglichkeiten für die EinkäuferInnen zusammenstellen und auf Umsetzbarkeit prüfen.
  3. Welches Produktionspotenzial (abgesehen von Gemüse – siehe SUM Food Studie) besteht in Wien und dem Wiener Umland?

Wen/was braucht es noch dazu?

  • EinkäuferInnen, KöchInnen in den Großküchen
  • Detaillierte Informationen zur Einkaufsstruktur
  • Menschen, die dazu Fragen ausarbeiten und Befragungen bei den Verantwortlichen Personen sowie den durch Großküchen versorgten Menschen durchführen
  • Die Menschen, die in den Kantinen der Stadt Wien essen! Sie sollten auch ins Boot geholt werden.

 

Arbeitskreis Bewusstseinsbildung

Ziel des Arbeitskreises

Mehr Bildung zu Ernährungsthemen (nicht nur unter gesundheitlichen Gesichtspunkten) schon in Kindergärten und Schulen gekoppelt an veränderte Ernährungsbedingungen (Frischküchen) und mehr Bewusstsein in der breiteren Öffentlichkeit zu Ernährung und dessen Auswirkungen.

Beschreibung des Arbeitskreises

Auseinandersetzung mit notwendigen Bildungs- und bewusstseinsschaffenden Maßnahmen unter Berücksichtigung verschiedener Zielgruppen(-bedürfnisse). Bestehende Projekte (z.B. das Projekt „da nach da“) und die „Ist-Ernährungssituation“ an Schulen (wie wird gegessen) sollen systematisch betrachtet und bestehende Lücken erfasst werden. Von bestehenden guten Konzepten (Kopenhagen House of food, Weltacker in Berlin) kann gelernt werden. Konkrete Projekte, die diese Lücken schließen und konzeptionell und breitenwirksamer umgesetzt werden können, sollen entwickelt werden. Themen wie „Ernährung und Menschenrechte“ oder Bildung für Erwachsene, „community kitchens“ und eine auf die Diversität der Bevölkerung Wiens angepasste Sprache und Kommunikation, sollen in dem Arbeitskreis bearbeitet und umgesetzt werden.

Die nächsten drei Schritte

  1. Erstes Treffen des Arbeitskreises
  2. Ziele des Arbeitskreises (und Forderungen an die Politik) definieren
  3. Konkrete erste Projekte festlegen und an „Pilotprojekt-Schulen“ testen

Wen/was braucht es noch dazu?

  • Bildungsstrategie/Vision
  • Erhebung/Zusammenstellung und Übersicht über bestehende Projekte und Initiativen
  • „inklusive“ und Zielgruppen-gerichtete Kommunikation zu Ernährungsthemen

 

Upscaling und Koordination von Alternativen Lebensmittel-Netzwerken

Darüber hinaus gibt es Interessierte für das Thema „Upscaling und Koordination von Alternativen Lebensmittel-Netzwerken“. Wenn ihr euch dafür interessiert, meldet euch bitte bei uns, dann werden wir hier auch einen Arbeitskreis initiieren.

 

Wie geht es mit den Arbeitskreisen weiter?

Die jeweiligen Ansprechpersonen (Schnittstelle zum Koordinationskreis) werden mit den Interessierten einen Termin für ein erstes Arbeitskreis-Treffen vereinbaren, bei dem wir die Inhalte und Ziele des Arbeitskreises weiter konkretisieren, uns untereinander besser kennen lernen und nächste Schritte planen. Wenn du wissen möchtest, wie die Projekte in den Ernährungsrat eingebettet sein sollen und wie wir die Arbeit in den Projekten unterstützen können bzw. was Arbeitskreise überhaupt sind, wirst du in Kürze Informationen zum Aufbau und der Struktur des Ernährungsrates Wien auf unserer Website finden.

Du hast Interesse an der Mitarbeit in einem der Arbeitskreise? Nimm Kontakt mit uns auf: takt