Report „Hin zu einer Gemeinsamen Lebensmittelpolitik für die Europäische Union“

12.02.2019

IPES-Report Titelseite
Bild: IPES-Food

Am 7. Februar veröffentlichte die Organisation IPES (International Panel of Experts on Sustainable Food Systems, IPES-Food) den Report „Hin zu einer Gemeinsamen Lebensmittelpolitik für die Europäische Union” (Towards A Common Food Policy for the EU). Darin wird unter anderem die Unterstützung für Ernährungsräte auf EU- und lokaler Ebene und andere Initiativen, die die Verbindung von LandwirtInnen und VerbraucherInnen stärken, relokalisierte Verarbeitungs- und Wertschöpfungsaktivitäten und urbane Lebensmittelpolitik vorgeschlagen.

Der Report „Hin zu einer Gemeinsamen Lebensmittelpolitik für die Europäische Union – Die für den Aufbau von nachhaltigen Lebensmittelsystemen in Europa erforderliche Reform und Neuausrichtung der Politik“ präsentiert einen Gegenentwurf zur europäischen gemeinsamen Agrarpolitik und fordert eine grundlegende Reform hin zu einer gemeinsamen Lebensmittelpolitik („Common Food Policy”). Diese hat einen viel umfassenderen Ansatz, weil es nicht „nur” um Landwirtschaft, sondern auch um Gesundheit, ökonomische Resilienz, internationale Wirtschaftspolitik, Landschaft, Ressourcenschutz etc. geht. Es geht auch darum, wie die Entscheidungen in der EU gefällt werden und wie die verschiedenen sektoralen Administrationen kohärent zusammenarbeiten – mit einem klaren Fokus: nachhaltige Transition der Ernährungspolitik.

Diese umfassende Vision setzt 80 konkrete Reformvorhaben auf die Agenda, es ist das Ergebnis der kollektiven Intelligenz von mehr als 400 Bauern und Bäuerinnen, Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem Agrar- und Ernährungssektor, VertreterInnen der Zivilgesellschaft, Forschung und politischen EntscheidungsträgerInnen. In einem 3-jährigen Prozess wurde dieser Report unter der Leitung von Olivier de Schutter (IPES, ehemals UN Sonderbeauftragter für das Recht auf Nahrung) zusammengestellt. Ernährungsräten wird darin eine zentrale Rolle für ein nachhaltiges Ernährungssystem zugesprochen.

Die derzeitige gemeinsame Agrarpolitik der EU adressiert nicht die riesigen Herausforderungen der Ernährungssysteme – deswegen gibt es jetzt den Plan B: Die GEMEINSAME LEBENSMITTELPOLITIK FÜR DIE EUROPÄISCHE UNION! So sollen so unterschiedliche Themen wie Klimawandel, Verlust von Biodiversität, Übergewicht und Zukunft der Landwirtschaft für die nächste Generation mittels eines integrierten Ansatzes angegangen werden.

Nach Textvorlage von Peter Volz von den Agronauten aus Freiburg, die auch am Prozess des IPES beteiligt waren.

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